PE vom 11.08.2016 : Stoppt die unerträgliche rechte Hetzkampagne gegen die Amadeu Antonio Stiftung

Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt VBRG verurteilt die verleumderische, sprachlich gewaltvolle und menschenverachtende rechte Hetze gegen die Amadeu Antonio Stiftung. Die Mitglieder des Verbandes erklären sich solidarisch mit den Kolleg_innen, deren Engagement gegen Neonazismus, Rassismus, Antisemitismus und für eine gelebte demokratische Kultur sie sehr schätzen.

Seit Gründung der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin in den frühen 2000er Jahren besteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Amadeu Antonio Stiftung. Die Stiftung leistet mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Förderung gelebter demokratischen Kultur, zum Schutz von Minderheiten gegen Diskriminierung und rechte Gewalt sowie im Kampf gegen Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus. Die Stiftung ist eine wichtige Akteurin in der zivilgesellschaftlichen Landschaft Deutschlands und eine starke Partnerin an der Seite der spezialisierten Opferberatungsstellen. 

Bedeutung kommt der Stiftung im Bereich Vernetzung und Förderung lokaler und bundesweiter Initiativen, Projekte und Organisationen zu. Unzählige Projekte konnten nur Dank der finanziellen und fachlichen Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung in die Tat umgesetzt werden. Auch die Opferberatungsstellen werden immer wieder von der Stiftung bei der Realisierung von Vorhaben unterstützt. Für die Betroffenen von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ist vor allem der stiftungseigene Opferfonds Cura, über den Betroffene schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe nach einem Angriff erhalten können, eine unschätzbare Hilfe. Darüber hinaus ist die Präventions-, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit der Stiftung durch fachpolitische Veröffentlichungen und Veranstaltungen sehr wertvoll. Der unermüdliche Einsatz der Stiftung für starke, unabhängige zivilgesellschaftliche Strukturen in Deutschland verdient große Anerkennung und Respekt.

Die verleumderische, sprachlich gewaltvolle und menschenverachtende rechte Hetze, der unsere Kolleg_innen der Amadeu Antonio Stiftung momentan ausgesetzt sind, ist unerträglich und darf nicht akzeptiert werden. Die Zuspitzung der Attacken ist äußerst besorgniserregend. So wurden die Büros der Stiftung in Berlin Ziel von Angriffen. Mitarbeiter_innen wurden in ihren Arbeitsräumen bedrängt und bedroht. Anetta Kahane als Vorsitzende der Stiftung und einzelne Mitarbeiter_innen werden gezielt und kampagnenartig in sozialen Medien angefeindet. Die Angriffe richten sich nicht zufällig gerade jetzt gegen die Stiftung und ihre Mitarbeiter_innen. Sie sind vielmehr das Ergebnis einer andauernden, diffamierenden Hetzkampagne von Akteur_innen und Medien der nationalkonservativen und extremen Rechten. Gegen die Amadeu Antonio Stiftung hat sich ganz offensichtlich eine Front gebildet, der sowohl extrem rechte Gruppierungen wie die "Identitären" als auch die neurechte Wochenzeitung "Junge Freiheit", das rechtspopulistisch-rassistische Magazin "Compact" und die nationalkonservative AfD angehören. 

„Wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit der Amadeu Antonio Stiftung und ihrem wichtigen Engagement für Demokratie und Menschenrechte. Den rechten Angriffen und Anfeindungen erteilen wir eine klare Absage. Die rechten Anfeindungen und Angriffe gegen unsere Kolleg_innen bei der Amadeu Antonio Stiftung hinterlassen einen deutlichen Eindruck davon, welche bedrohlichen Folgen ein weiteres Erstarken der neuen rechten Bewegung und der AfD für die um Demokratie bemühte Zivilgesellschaft in Deutschland haben kann“, so Verbandssprecherin Judith Porath.

Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) koordiniert die Vernetzung der Beratungsstellen, vertritt deren gemeinsame Interessen und unterstützt den flächendeckenden Auf- und Ausbau unabhängiger fachspezifischer Beratungsstrukturen. Der Verband wurde im September 2014 gegründet und knüpft an die seit 2003 bestehende Vernetzung der spezialisierten Opferberatungsstellen an. Die Mitgliedsorganisationen unterstützen Betroffene, ihre Angehörigen sowie Zeug_innen eines Übergriffs bei der Bewältigung materieller sowie immaterieller Angriffsfolgen mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Sie setzen sich außerdem öffentlich für den Opferschutz und die Rechte von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ein.

Bei Rückfragen zu dieser Presseerklärung wenden sie sich bitte an Judith Porath unter
030 – 55 57 43 71 oder This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.