BEFORE München: Unterstützung für Betroffene des Oktoberfestattentates

München, 18.04.2018 – Die Beratungsstelle BEFORE begrüßt die heutige Entscheidung durch den
Münchener Stadtrat, Mittel für die Unterstützung der Betroffenen des Oktoberfestanschlages
bereitzustellen. Den Betroffenen kann so bei der Bewältigung der vielfältigen Folgen des Attentates,
die sich auch heute noch auf ihr Leben auswirken, geholfen werden. Der Beschluss ist außerdem ein
wichtiges Signal an die Betroffenen, dass sie und ihre Anliegen ernstgenommen werden.



Siegfried Benker, Geschäftsführender Vorstand BEFORE: "Die Einrichtung des Opferfonds durch die
Stadt München ist auch die späte Anerkenntnis der Gesellschaft, dass der Anschlag auf das
Oktoberfest eine rechtsextreme Gewalttat war. Damit hat sich die Stadt endlich auch offiziell von der
Einzeltätertheorie verabschiedet. Darauf haben die Betroffenen 38 Jahre gewartet. BEFORE begrüßt
diese Entscheidung ausdrücklich. Wir möchten uns auch für das Vertrauen bedanken, dass die
Verwaltung des Opferfonds BEFORE anvertraut wurde."

Die Folgen rechter Gewalt können über eine sehr lange Zeit anhalten: Auch 38 Jahre nach dem
Anschlag sind die Auswirkungen des Oktoberfestattentates am 26. September 1980 auf das Leben
einiger Betroffener enorm und beeinträchtigen ihren Alltag. In der Begleitung Überlebender und
Angehöriger durch BEFORE wird immer wieder deutlich, dass der staatliche Umgang hierzu teilweise
beigetragen hat. Betroffene wurden lange nicht ausreichend beachtet und unterstützt, sodass sie mit
ihren Anliegen oft kein Gehör fanden. „Der Staat den wir damals gebraucht hätten, war meist aber
nicht für uns da“, sagte hierzu etwa Robert Höckmayr, Überlebender des Oktoberfestattentates, im
Rahmen der Gedenkfeier 2017. Wenn Betroffene rechter Gewalt alleine bleiben, verstärkt dies die
Auswirkungen des Geschehenen. „Je länger die Betroffenen auf Anerkennung und Unterstützung
warten müssen, desto schwieriger gestaltet sich der Umgang mit den Folgen und die Aufarbeitung
einer solchen Tat“, sagt Anja Spiegler, Beraterin BEFORE.

„Der gesellschaftliche Umgang mit rechten Gewalttaten und ihren Folgen muss die Betroffenen in
den Mittelpunkt stellen und sie ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützen. Damit Betroffene mit
den Folgen nicht allein bleiben, müssen ihnen sowohl unmittelbar nach der Tat als auch bei der
langfristigen Bewältigung geholfen werden“, so Damian Groten, Pressesprecher BEFORE.

Für Nachfragen und Interviewanfragen stehen Ihnen die Mitarbeiter*innen von BEFORE gerne zur Verfügung. Besuchen Sie die Mitgliedsorganisation unter www.before-muenchen.de oder wenden Sie sich an die Telefonnummer 089/462 24 67-0 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!