PMK Rechts Statistik des Bundesinnenministeriums erfasst allenfalls einen „kleinen Ausschnitt der Realität“

Berlin, 08.05.2018: „Die Anzahl von 1.130 politisch rechts motivierten Gewalttaten, die das Bundesinnenministerium für 2017 registriert hat, erfasst allenfalls einen kleinen Ausschnitt der Realität der Bedrohung durch Neonazis und organisierte Rassisten“, sagt Robert Kusche, Vorstand des Verbands der unabhängigen Opferberatungsstellen und Geschäftsführer der Opferberatung bei der RAA Sachsen.


Die unabhängigen Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben für 2017 alleine in den fünf ostdeutschen Bundesländern, Berlin und Schleswig-Holstein 1.185 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Gewalttaten registriert. "Die Diskrepanz zwischen den durch die Polizeibehörden der Länder und die unabhängigen Opferberatungsstellen erfassten rechten Angriffe ist erschreckend hoch", betont Robert Kusche. „Übereinstimmend mit den polizeilichen Zahlen sind auch die meisten der von den Beratungsstellen erfassten Angriffe rassistisch motiviert gewesen.“

„Täglich ereignen sich mindestens zwei bis drei rechte und rassistische Gewalttaten in Deutschland. Wir brauchen dringend eine breite gesellschaftliche Solidarität mit den Betroffenen dieser brutalen Angriffe“, fordert Kusche. Zudem müssten die Strafverfolgungsbehörden dringende die Erfassung und Dokumentation in Bezug auf rechte und rassistische Gewalt verbessern.